Jetzt läuft auf Ö1:

Guten Morgen Österreich

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05.00 Uhr

 

 

Nachrichten


05.03 Uhr

 

 

Guten Morgen Österreich


06.00 Uhr

 

 

Ö1 Frühjournal


06.10 Uhr

 

 

Guten Morgen Österreich


06.56 Uhr

 

 

Gedanken für den Tag

"Vivam - Ich werde leben" - Zum 2000. Todestag von Publius Ovidius Naso. Der Schriftsteller Christoph W. Bauer macht sich Gedanken über den ersten Dichter in der Geschichte der Poesie. - Gestaltung: Alexandra Mantler "Vivam - Ich werde leben", so enden die "Metamorphosen", Ovids Hauptwerk. Und Ovid sollte Recht behalten, noch heute scheint uns kein Dichter der Antike so nah zu sein wie er. Kein Angepasster wollte er sein, kein Karrierist. Lukrative Posten schlug er aus, als erster Dichter in der Geschichte der Poesie entschied er sich bewusst für die Dichtkunst als Beruf. Und als erster Dichter hinterließ er Autobiographisches. Nicht zuletzt lassen sich durch seine Verbannung und seinen Tod im Exil Bezüge zur Gegenwart herstellen. Als belächelter Provinzler kam er nach Rom - und wurde mit seinen Gedichten zum Shooting Star im römischen Literaturbetrieb. Seine "Metamorphosen" zeigen Nachwirkungen in den verschiedensten Kunstrichtungen bis in die Gegenwart. Persönlich hat er für seine Unangepasstheit einen hohen Preis bezahlt: Konflikte mit der Obrigkeit führten schließlich zur Verbannung. Mit seinen Klageliedern entsteht das Genre der Exilliteratur. Der Schriftsteller Christoph W. Bauer, geboren in Kärnten und aufgewachsen in Tirol, wurde für seine Lyrik, Prosa, Dramatik, Hörspiel, Essay, Libretti, Texte für Kinder und Jugendliche mit diversen Preisen und Auszeichnungen geehrt - zuletzt mit dem "outstanding artist award 2015" und dem Tiroler Landespreis für Kunst 2015.


07.00 Uhr

 

 

Ö1 Morgenjournal

mit Kultur aktuell


07.33 Uhr

 

 

Guten Morgen Österreich


07.52 Uhr

 

 

Leporello


08.00 Uhr

 

 

Ö1 Journal um acht


08.20 Uhr

 

 

Pasticcio

mit Bettina Barnay. Bach getanzt, ein musikalisches Vermächtnis mit Blut, Schweiß und Tränen, musikalischer Alkohol und Haydn und Haydn im Himmel: Wie das wohl wäre, wenn sich die beiden Komponisten: Joseph Haydn und Haydn Wood bei einem Dinner träfen? Zumindest ein Gesprächsthema hätten sie dann doch schon, Haydn Woods Vorname.


08.55 Uhr

 

 

Vom Leben der Natur

Drohnen, Wärmebildkameras und Sendehalsbänder. Der Wildbiologe Robin Sandfort über neue Methoden der Wildtierbeobachtung. Teil 2: Elektronische Informationen vom Hals Gestaltung: Maria Harmer Wie kann man Wildtiere beobachten, ohne sie zu stören? Und wie kann das Verhalten von Wildtieren während der Dunkelheit und an Plätzen, die für einen Menschen schwer erreichbar sind, beobachtet werden? In den vergangenen Jahren haben Techniken auch aus ganz anderen Bereichen wie der Flugzeugtechnik dazu beigetragen, neue Methoden der Wildtierbeobachtung zu entwickeln, die dazu beitragen, diese Fragen zu beantworten. Mit Hilfe dieser technischen Neuerungen können Wildtiere aber nicht nur beobachtet, auch ihre Zahl kann besser bestimmt, der Lebenslauf einzelner Tiere besser nachvollzogen und das eine oder andere Jungtier aus Gefahrensituationen gerettet werden. Robin Sandfort vom Institut für Wildbiologie und Jagdwirtschaft der Universität für Bodenkultur Wien hat bereits während seines Studiums und insbesondere für eine Arbeit über die Raumnutzung des Rehwildes unterschiedliche neue Techniken der Wildtierbeobachtung verwendet.


09.00 Uhr

 

 

Nachrichten


09.05 Uhr

 

 

Radiokolleg - Die Grenzen der Empathie

Wenn das Mitfühlen zu viel oder zu wenig wird (2). Gestaltung: Hans Groiß In dem Buch "Durch Mauern gehen"(Luchterhand) beschreibt Marina Abramovi? die Erfahrungen während ihrer Langzeitperformance "The Artist is Present" im New Yorker MoMA, bei der sie in 721 Stunden rund 1.500 Menschen gegenüber saß: "Sehr schnell spürte ich, dass die Leute, sobald sie mir gegenüber Platz genommen hatten, unglaublich bewegt waren. Einigen kamen die Tränen - und mir ebenfalls. War ich ein Spiegel? [..] Ich konnte den Schmerz der Menschen sehen und spüren". In der Kunst ist es relevant sich sowohl als Betrachter, als auch als Schöpfer in andere und anderes hineinversetzen zu können. Empathie ist auch für Cana Bilir-Meier wichtig: Sie machte eine künstlerische Arbeit über ihre Tante, die politische Aktivistin Semra Ertan, die sich 1982 als Zeichen gegen herrschende Ausländerfeindlichkeit in Hamburg verbrannte. Die Künstlerin kannte ihre Tante nicht persönlich. Empathie könnte als ein gesellschaftlicher Imperativ zum guten Handeln bezeichnet werden und hat scheinbar keine Grenzen: Wir kennen das vom Gähnen, beim Musikhören oder vom Beine übereinander schlagen - sobald jemand mit einer Handlung oder Geste beginnt, können wir leicht "mitschwingen" und lassen uns anstecken. In der medizinischen Forschung wird davon ausgegangen, dass die Empathie das Immunsystem stärkt. Aber was heißt Empathie eigentlich genau und ist immer tatsächlich der Begriff Empathie gemeint oder geht es um Wohlwollen, Gedankenlesen oder Obsorge? Empathie boomt als Sehnsuchtsort und als Begriff in der Kunst, der Psychologie und der Kognitionswissenschaft. Entweder mangelt es daran, oder es gibt zu viel. Gibt es aber eine neue gesellschaftliche Empfindsamkeit oder hallt nur die Forderung nach mehr Rücksicht nach? Der kleine Prinz sieht nur "mit dem Herzen gut" - aber geht das überhaupt? Ist Empathie erlern- und auch verlernbar? In den Sprachwissenschaften ist immer öfter von den "dunklen Seiten der Empathie" zu hören, wie sie etwa Autokraten und Populisten benutzen. Hans Groiss versucht eine Begriffsdefinition und analysiert die Balance zwischen Mangel und Überfluss an Mitgefühl.


09.30 Uhr

 

 

Radiokolleg - Das Weltmuseum Wien und seine Sammler

Von Kopfjägern, Pfeilen und Sprachlisten (2). Gestaltung: Ulrike Schmitzer Nach drei Jahren Umbau ist es endlich so weit: Das neu gestaltete Weltmuseum Wien wird am 25. Oktober wiedereröffnet, und zwar mit einem großen Fest, das Andre Heller auf einer Open-Air-Bühne am Heldenplatz gestaltet. Nach der Show können Besucher/innen bis 1 Uhr nachts das neue Museum bei freiem Eintritt erkunden und am 26. Oktober kann man das neue Museum ebenfalls von 13 bis 21 Uhr gratis besichtigen. Das Radiokolleg wird einige faszinierende Sammlerpersönlichkeiten vorstellen und damit auch einen Zugang zum Weltmuseum verschaffen, denn hinter jedem Objekt steht eine spannende Geschichte. Wie zum Beispiel die eines jungen Forschers, der zu den Kopfjägern nach Nordindien aufbricht und dort neue Freunde findet. Oder die einer jungen Ärztin, die nichts anderes will als unberührte Völker erforschen und dort emsig Sprachlisten anfertigt, die aber niemand entschlüsseln kann. Und nicht zuletzt die unerschrockene Ethnologin, die im Regenwald von Indianern mit Pfeilen beschossen wird, sie aufsammelt und ins Museum bringt. Dort sind sie jetzt zu besichtigen.


09.45 Uhr

 

 

Radiokolleg - Der Clown des Bebop

Zum 100. Geburtstag von Dizzy Gillespie (2). Gestaltung: Günter Kaindlstorfer Er war ein Spaßvogel, ein Possenreißer, ein charmanter Witzbold - der anekdotenumwobene Clown des Bebop: Dizzy Gillespie, am 21. Oktober 1917 als eines von zehn Kindern in eine schwarze Bauarbeiterfamilie in Cheraw/South Carolina hineingeboren. Die Entwicklung des modernen Jazz wäre ohne Gillespies Beitrag nicht möglich gewesen. Gemeinsam mit Thelonious Monk und Charlie Parker erfand er in den frühen 1940er Jahren in den Häuserschluchten der New Yorker 52nd Street gewissermaßen im Alleingang den Bebop: "Damals führte alles zur Beschleunigung und zur Verdichtung", erklärte der Musiker später. Mit seinen nervösen, jagenden Rhythmen verpasste der Bebop - eine Art Dadaismus des Jazz - der jungen, afroamerikanisch inspirierten Musikrichtung einen ungeheuren Entwicklungsschub in Richtung Moderne. "Die Musiker des Bebop waren Aufrührer, die gegen den Muff in den Dinnerjackets des Swings antraten", so fasste der deutsche Kritiker Michael Naura die Bedeutung der Jazz-Revolution der 1940er Jahre einmal zusammen. Und Naura weiter: "Dizzy Gillespie war in diesem Treiben das, was man ein lustiges Haus nennt. Ein wunderbarer Faxenmacher. Die Verkörperung der Gegenwelt zum etablierten E-Musik-Gehabe. Unerreichbar allerdings war er als Trompeter. Während sein Antipode Miles Davis rund um den Globus zahllose Nachahmer gefunden hat, die seinen Ton mit dem an jeder Ecke erhältlichen Dämpfer imitieren, blieb Gillespie resistent gegenüber jedem Versuch, ihn zu klonen." Ein Jahrhundertmusiker. In jungen Jahren galt Dizzy Gillespie als Inbegriff des smarten, hippen Jazz-Intellektuellen; später, als reiferer Musiker, öffnete der Bauarbeitersohn aus South Carolina den Jazz für lateinamerikanische, kubanische und afrikanische Einflüsse und wurde damit zu einem der Pioniere der Weltmusik.


09.57 Uhr

 

 

Ö1 heute


10.00 Uhr

 

 

Nachrichten


10.05 Uhr

 

 

Anklang

Französische Oper - in deutscher Sprache. Ausschnitte aus Werken von Jacques Fromental Halévy, Daniel Francois Esprit Auber, Francois-Adrien Boieldieu und Étienne Nicolas Méhul. Gestaltung: Michael Blees Einst waren sie auch im deutschen Sprachraum weit verbreitet: französische Opern aus den ersten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts, heutzutage führen sie dagegen ein Schattendasein im Repertoire. Nur mehr selten wagen sich Theater an Werke wie beispielsweise "Die weiße Dame" von Boieldieu, "Fra Diavolo" von Auber oder "Der Blitz" von Halévy - und ein einst bedeutender, von Ludwig van Beethoven hoch geschätzter Komponist wie Étienne-Nicolas Méhul fehlt mittlerweile - abgesehen von punktuellen Wiederbelebungsversuchen - sogar fast ganz in den Spielplänen der Bühnen. Um 40 Opern hatte dieser vor 200 Jahren verstorbene Tonsetzer geschaffen, darunter der Dreiakter "Joseph und seine Brüder" aus dem Jahr 1807; nur eine Tenorarie aus diesem Werk findet sich immer wieder einmal in Arien-Recitals großer Sänger.


11.00 Uhr

 

 

Nachrichten


11.05 Uhr

 

 

Radiogeschichten

"Der Alte vom Meer" von Maeve Brennan. Es liest Silvia Meisterle. Gestaltung: Edith Vukan, Präsentation: Stefanie Zussner Als Siebzehnjährige verließ Maeve Brennan mit ihrer Familie Irland, als Schriftstellerin kehrte sie in ihren Geschichten in die alte Heimat zurück. Sie erinnert sich an ihre Kindheit und Jugend im Dublin der zwanziger und dreißiger Jahre und erzählt in diesem Text aus der Sicht eines klugen, kleinen Mädchens von einem alten Mann, der beharrlich jede Woche vorbeikam und dem es immer gelang, der Mutter Äpfel zu verkaufen - ob sie sie nun wollte oder nicht. Maeve Brennan gilt international als eine der aufregendsten literarischen Wiederentdeckungen der letzten Jahre. Ihre Bücher wurden von Leser/innen und Presse begeistert aufgenommen. 1917 in Dublin geboren, übersiedelte sie 1934 mit ihrer Familie in die USA. 1949 trat sie in die Redaktion des "New Yorker" ein und veröffentlichte Kolumnen, Essays und Erinnerungen. Sie litt unter schizophrenen Schüben und starb 1993 vereinsamt und mittellos in New York. Viele ihrer Werke wurden erst postum veröffentlicht.


11.25 Uhr

 

 

Schon gehört?

Die Ö1 Club-Sendung. Aktuelle Veranstaltungen und Angebote der Ö1 Kulturpartner.


11.30 Uhr

 

 

Des Cis

mit Helmut Jasbar.


11.57 Uhr

 

 

Ö1 heute


12.00 Uhr

 

 

Ö1 Mittagsjournal

mit Nachrichten in englischer und in französischer Sprache


13.00 Uhr

 

 

Punkt eins


13.55 Uhr

 

 

Wissen aktuell


14.00 Uhr

 

 

Nachrichten


14.05 Uhr

 

 

Das Ö1 Konzert

Markus Schirmer, Klavier; Barnabás Kelemen, Violine I; Yevgeny Chepovetsky, Violine II; Thomas Selditz, Viola; Torleif Thedéen, Violoncello; Birgit Minichmayr, Rezitation. Ernst von Dohnányi: a) Klavierquintett Nr. 1 c-Moll op. 1; b) Klavierquartett Nr. 2 es-Moll op. 26 * Sándor Márai: Ausgewählte Texte (aufgenommen am 8. September im Schloss Eggenberg im Rahmen von "ar|:s:|onore 2017" in Dolby Digital 5.1 Surround Sound). Präsentation: Franz Josef Kerstinger Dieser ungarische Pianist und Komponist, dem das Leben später übel mitgespielt hatte, stand im Mittelpunkt des dritten Abends des "ar|:s:|onore"-Musikfestivales in Graz. Ernst von Dohnanyi war als Pianist ein Star, als Komponist erfolgreich, als Lehrer angesehen. Sein Vater, ein ausgesprochen begabter Hobbycellist, hat ihn vor einem Wunderkinderdasein bewahrt. Mit achtzehn Jahren hat er Komposition und Klavier an der Franz-Liszt-Akademie in Budapest studiert. Kurz nach Dohnanyis Ausbildung begann seine Karriere als Konzertpianist. Er übersiedelte nach Wien. Während des Ersten Weltkrieges ging er aus patriotischen Gründen nach Ungarn, wurde Professor an der Franz-Liszt-Akademie und hatte weitere hohe musikalisch-künstlerische Positionen inne. Im Zweiten Weltkrieg sah er sich gezwungen alle seine Ämter niederzulegen und verließ Budapest. Seine beiden Söhne starben in Konzentrationslagern. Wegen einer infamen Lüge wurde er zum Kriegsverbrecher erklärt und konnte nicht mehr auftreten. Obwohl die Lüge aufgedeckt wurde, war es für ihn schwierig sich wieder eine Existenz aufzubauen. Dennoch wurde er zu einem gefeierten Pianisten. Während seiner Gesamtaufnahme der Beethoven-Klaviersonaten 1960 in New York verstarb Dohnanyi an einer Lungenentzündung.


15.30 Uhr

 

 

Moment

Wie man Kindern beibringt, dass Fleisch vorher ein lebendes Tier war. Die Erzeugung von Fleisch ist mit dem Tod eines Tieres verbunden. Wie können Eltern ihren Kindern erklären, dass ein Schnitzel einmal ein Schwein war? Sollen ihre Schilderungen der Realität entsprechen? Oder ist es besser, die Tatsache der Schlachtung zu verbergen? Warum ist es wichtig, über die Herkunft von Lebensmitteln Bescheid zu wissen? Pädagogisch ausgebildete Seminarbäuerinnen besuchen Schulklassen und sprechen mit Kindern über diese Fragen. Nach der Sendung ist die Meinung der Hörerinnen und Hörer gefragt. Rufen Sie an unter 0800 22 69 79 oder schreiben Sie an moment@orf.at. Gestaltung: Lukas Tremetsberger


15.55 Uhr

 

 

Rudi! Der rasende Radiohund

Wie wir uns in der Klasse kleiden wollen - und müssen. Rosi würde manchmal am liebsten im Pyjama ins Büro gehen. Aber das geht nicht. Der Tonmeister kleidet sich zu Hause immer ganz anders, als wenn er in der Arbeit ist. Warum? Rudi kann das nicht verstehen, mit seinem wunderbar seidenweichen Fell ist er immer für jeden Anlass top gestylt. Der Radiohund woppelt in die 2 A der NMSi Feuerbachstraße in Wien und unterhält sich mit vier Schülerinnen und Schülern darüber, wie sie sich in der Klasse kleiden - und wie sie sich gern kleiden würden. Gestaltung: Barbara Zeithammer


16.00 Uhr

 

 

Nachrichten


16.05 Uhr

 

 

Tonspuren

Jüdisch-Sein ist keine Liste von Bedingungen. Wie Deborah Feldman aus ihrem New Yorker Shtetl ausbrach und (ausgerechnet) Berlinerin wurde. Feature von Franziska Dorau Anachronistisch, unamerikanisch, total uncool - so beschreibt die Schriftstellerin Deborah Feldman sich selbst, wobei es einem schwer fällt, Dritteres gelten zu lassen. Aus ihrem großen, ovalen Gesicht mit der schwarzen Brille sprechen Intelligenz und intellektuelle Unbestechlichkeit. Keine Eigenschaften, welche die orthodoxen Satmarer Juden des New Yorker Stadtteils Williamsburg besonders gerne an ihren Frauen und Töchtern sehen. Die Gesellschaft, in der Feldman aufwuchs, ist eine, in der Fleiß, Schweigsamkeit und ausdruckslose Mimik als weibliche Kardinaltugenden gelten. Eine, in der Ehen für einander unbekannte Jugendliche arrangiert und israelische Flaggen verbrannt werden, weil die mit dem Zionismus einhergehende Selbstermächtigung als Todsünde betrachtet wird. Der Holocaust ist omnipräsent - bis in die Schlaflieder hinein, die von Waisenkindern handeln und Müttern, die als weißer Rauch aus den Krematorien von Auschwitz aufsteigen. Den Schmerz über die Vergangenheit auf so ungefilterte Weise auf die folgenden Generationen zu übertragen, sei unsinnig, meint Deborah Feldman. Mit dreiundzwanzig brach sie mit ihrem dreijährigen Sohn aus ihrer Ehe und der Satmarer Gemeinschaft aus. Mit ihrem autobiographischen Roman "Unorthodox" schrieb sie einen internationalen Bestseller. Und fand in den USA doch keinen emotionalen und kulturellen Halt. Heute lebt sie in Berlin, jener Stadt, die ihre Satmarer Vorfahren als "verbrannte Erde" ansahen. Nach ihrer langen und aufreibenden Suche nach einer Zukunft hat sie dort zu einer Alltäglichkeit gefunden, die ihr geradezu magisch erscheint. Der Weg aus dem New Yorker Shtetl in den Berliner Kiez ist Gegenstand ihres neuen, im Sezession Verlag erschienen Romans "Überbitten". Redaktion: Alfred Koch


16.45 Uhr

 

 

Heimspiel

Die Woche im RadioKulturhaus


16.55 Uhr

 

 

Digital.Leben


17.00 Uhr

 

 

Ö1 Journal um fünf


17.09 Uhr

 

 

Kulturjournal


17.30 Uhr

 

 

Spielräume

Musik aus allen Richtungen mit Albert Hosp. "Die Hauptstadt" mit viel Musik "A World Of Music" verspricht der 18 tracks umfassende Sampler mit höchst vielfältiger Klängen aus Brüssel. Nordafrikanischer Pop, slowakisch-wallonischer Sprachmix, avancierter latin sowie spezialprojekte wie z.B. "Refugees for Refugees": Alles klingt aus der "Hauptstadt". Wer noch nie in Brüssel war, stellt sich wahrscheinlich nicht vor, dass die Stadt eine so dynamische, multikulturelle Musikszene hat, und wer schon oft dort war, wundert sich vielleicht genauso darüber! Außerdme bietet "Brussels - A World Of Music" vielleicht sogar den passenden Begleitsound zur Lektüre des aktuellen Buches von Robert Menasse ... Außerdem: Ein Hinweis auf das am heutigen Abend startende Festival Salam Orient.


17.55 Uhr

 

 

Betrifft: Geschichte

Die Isonzoschlachten. Mit Christian Ortner, Direktor des Heeresgeschichtlichen Museums in Wien. Gestaltung: Andreas Wolf Obwohl mit Deutschland und Österreich-Ungarn verbündet, trat Italien zunächst nicht in den Ersten Weltkrieg ein. In Geheimverhandlungen versprachen die Kriegsgegner Großbritannien, Frankreich und Russland dem Land aber Gebietserweiterungen zu Lasten der k. u. k. Monarchie. Im Frühling 1915 wechselte Italien schließlich die Seiten. Vom Kriegseintritt wurde das Habsburgerreich völlig überrascht. Das militärische Ziel Italiens war möglichst tief auf das Gebiet Österreich-Ungarns vorzudringen. Über den Kampfraum Isonzo wollte man Richtung Triest, später auch nach Agram und Laibach vorstoßen. Mit improvisierten Kräften wehrte die k. u. k. Armee aber bereits den ersten italienischen Durchbruchsversuch am Isonzo ab. Bis September 1917 folgten weitere zehn italienische Offensiven. Trotz ihrer drückenden Übermacht gelangen den Italienern nur minimale Geländegewinne, erkauft wurden sie mit gigantischen menschlichen Verlusten. Nach der 11. Isonzoschlacht war auch die k. u. k. Armee "ausgeblutet". Um einen neuerlichen, nun wahrscheinlich erfolgreichen italienischen Angriff, zuvorzukommen, entschied man sich für die Offensive. Um sie führen zu können, benötigte man massive deutsche Unterstützung. De facto wurde die am Isonzo operierende k. u. k. Armee den deutschen Truppen unterstellt - auch der Angriffsplan ging weitgehend auf deutsche Offiziere zurück. Zwischen dem 24. und 27. Oktober 1917 vernichtete die gemeinsame Armee beinahe das gesamte italienische Heer. Neben 40.000 Toten und knapp 300.000 Verwundeten und Gefangenen verloren die Italiener auch fast ihr gesamtes Kriegsgerät. Mit der Beute aus der 12. Isonzoschlacht konnte der Zusammenbruch der k. u. k. Armee um viele Monate verzögert werden.


18.00 Uhr

 

 

Ö1 Abendjournal


18.25 Uhr

 

 

Journal-Panorama

Seit dem Amtsantritt von Donald Trump haben Übergriffe gegen Muslime stark zugenommen. Aber auch deren Wille zur Mitgestaltung des Gemeinwesens steigt. - Gestaltung: Marion Bacher Zwar ist nur ein Prozent der Gesamtbevölkerung der USA muslimischen Glaubens. Doch überproportional oft werden die Begriffe "Islam" und "Muslim" mit Terror assoziiert. Das ist bereits seit 9/11 so, und verstärkt seit Trumps Amtsantritt. Der amerikanische Präsident hat sich vorgenommen, Muslimen aus einigen Ländern die Einreise in die USA zu verwehren; von mehreren Gerichten zurückgewiesen, soll nun Trumps Einreiseverbot in einem dritten Anlauf nicht nur Bürgerinnen und Bürger aus den muslimischen Ländern Iran, Syrien, Jemen, Libyen und Somalia betreffen, sondern neuerdings auch jene aus dem Tschad, aus Venezuela und Nordkorea. Wie leben Muslime unter Trump? Ein Lokalaugenschein in Michigan.


18.55 Uhr

 

 

Religion aktuell


19.00 Uhr

 

 

Nachrichten


19.05 Uhr

 

 

Dimensionen

Kann man Glück unterrichten? Von Ruth Hutsteiner An immer mehr Schulen steht nach Mathematik oder Englisch das Schulfach "Glück" auf dem Stundenplan. Dabei geht es weniger darum, dauerfröhliche Schüler/innen zu formen, die Sätze wie "Heute ist ein schlechter Tag" systematisch aus ihrem Wortschatz verbannen. Es soll vielmehr gelernt werden, wie man seine Persönlichkeit bilden, Konflikte lösen und Vertrauen einüben kann. - Die Idee, Glück als Schulfach einzuführen, ist bereits zehn Jahre alt und geht auf den ehemaligen Heidelberger Schuldirektor Ernst Fritz-Schubert zurück. Er wollte selbstbewusste, selbstständige und gemeinschaftsfähige Kinder und Jugendliche heranbilden. Seither haben mehr als 100 Schulen dieses Konzept übernommen, darunter auch einige in Österreich. - Wie sieht dieser Unterricht hierzulande aus, und macht er die Schüler tatsächlich glücklicher?


19.30 Uhr

 

 

Das Ö1 Konzert

ORF Radio-Symphonieorchester Wien, Dirigent: Cornelius Meister; Leonidas Kavakos, Violine. Luigi Cherubini: Ouvertüre zu "Anakreon" * Lera Auerbach: Nyx: Fractured Dreams, Konzert Nr. 4 für Violine und Orchester (2017; Österreichische Erstaufführung) * Alexander Zemlinsky: Die Seejungfrau, Symphonische Dichtung (aufgenommen am 14. Oktober im Großen Musikvereinssaal in Wien in Dolby Digital 5.1 Surround Sound). Präsentation: Eva Teimel Es muss wahrlich nicht leicht gewesen sein, zur Jahrhundertwende ein Werk in die Welt zu setzen, ohne sich damit selbst einen Stempel aufzudrücken. Zu groß waren die Gräben zwischen den Traditionalisten und den "Neu-Tönern", deren unterschiedliche Auffassungen durchaus zu Streitigkeiten führen konnten. Hielt man es nun mit den Anhängern formaler Tradition oder mit jenen der programmatischen Erzählkunst? Alexander Zemlinsky entschied sich, keinen der Wege einzuschlagen und doch beide zu berücksichtigen. Als Untertitel seines 1903 entstandenen Werks "Die Seejungfrau" wählte er eine Bezeichnung, die die Sache im Dunkeln ließ: Eine "Phantasie für Orchester" war weder Symphonie noch Symphonische Dichtung. Und hatte trotz allem ein literarisches Werk zur Grundlage, nämlich ein Märchen Hans Christian Andersens. Die Geschichte rund um die junge Seejungfrau, die einen Prinzen vor dem Ertrinken rettet und aus Liebe zu ihm menschliche Gestalt annimmt, würde sich förmlich anbieten für eine programmatisch-lautmalerische Gestaltung. Wenn sich die Seejungfrau am Ende wegen der enttäuschten Liebe in Schaum verwandelt und vom Wind in die Lüfte getragen wird, wird die Sache jedoch bereits komplexer. Eine "Sauarbeit" sei es, den Sturm am Meer zu komponieren,"wenn man nicht billig und gemein sein will", schrieb Zemlinsky an seinen Kollegen Arnold Schönberg in Hinblick auf die Gefahr, in seiner Musik allzu banal zu werden und lediglich eine musikalische Schilderung der Handlung auszuführen. In der Tat gelingt dem Komponisten diese Abwehr der Banalität, indem er zum Schluss mehr sphärisch als erzählerisch das verklärte Glück der glücklosen Seejungfrau zum Ausdruck bringt. Alles andere als banal sind auch jene Assoziationen, die die russisch-amerikanische Komponistin Lera Auerbach zum Entwurf ihres 4. Violinkonzerts "NYx: Fractured Dreams" führten. Im Zentrum steht der Gedanke des Träumens ? eine Annäherung an die Zeit, wenn im Traum Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft verfließen. In kompositorischer Hinsicht schuf Lera Auerbach dies durch die Aneinanderreihung mehrerer Sequenzen, die in Summe eine von Träumen durchsetzte Nacht entstehen ließen ? mit all den Visionen und Abgründen, die diesem Zustand nahestehen. Der Titel bezieht sich auf die griechische Göttin der Nacht Nyx, deren erste zwei Buchstaben gleichzeitig die Stadt New York bezeichnen ? die "Stadt der Träumer", wie die Komponistin ihre Wahlheimat bezeichnet. Zur griechischen Göttin der Nacht führt zum Auftakt der griechische Gott der Liebe in Luigi Cherubinis Oper "Anacreon". Wenn Amor seine Finger im Spiel hat, kann sich auch der von der Zeit gezeichnete Lyriker Anacreon der Liebe seiner jungen Muse Corine sicher sein. (Eva Teimel)


21.55 Uhr

 

 

Schon gehört?

Die Ö1 Club-Sendung. Aktuelle Veranstaltungen und Angebote der Ö1 Kulturpartner.



22.00 Uhr

 

 

Ö1 Nachtjournal


22.08 Uhr

 

 

Radiokolleg

Die Grenzen der Empathie. Wenn das Mitfühlen zu viel oder zu wenig wird (2). Gestaltung: Hans Groiß Das Weltmuseum Wien und seine Sammler. Von Kopfjägern, Pfeilen und Sprachlisten (2). Gestaltung: Ulrike Schmitzer Der Clown des Bebop. Zum 100. Geburtstag von Dizzy Gillespie (2). Gestaltung: Günter Kaindlstorfer


23.00 Uhr

 

 

Nachrichten


23.03 Uhr

 

 

Zeit-Ton

Der Komponist Gerhard Schedl: Kunst als utopisches Potenzial menschlicher Träume und Hoffnungen. Gestaltung: Hannes Heher "Julie Jean", die letzte Oper von Gerhard Schedl, ist auf CD erschienen. Grund genug, sich im Jahr der 60. Wiederkehr seines Geburtstags wieder an diesen bedeutenden österreichischen Komponisten zu erinnern, der vor nun bald 17 Jahren tragisch aus dem Leben geschieden ist. Schedl bezeichnete sein Komponieren als persönlich-emotionelle und dramatische, dennoch intellektuelle Handlung. Er wollte in seiner Musik sowohl "das zarte Rauschen der Stille" wie "die großen, wilden, pathetischen Gesten" darstellen, mit seinen Tönen und Klängen direkt "ins Herz treffen".


00.00 Uhr

 

 

Nachrichten


00.05 Uhr

 

 

Anklang

(Wiederholung von 10:05 Uhr).


01.00 Uhr

 

 

Nachrichten


01.03 Uhr

 

 

Die Ö1 Klassiknacht

Präsentation: Ursula Strubinsky Musikauswahl: Ursula Strubinsky dazw. 03:00 Uhr Nachrichten