Der an seinen Vater, den Filmemacher Veit Harlan (Jud Süß) gerichtete Monolog, setzt sich in direkter Weise mit der Rolle seines Vaters im NS-Regime und der Frage der persönlichen Schuld auseinander. Bis zu seinem Tod am 16. Oktober 2010 in Berchtesgaden arbeitete der Schriftsteller und Filmemacher Thomas Harlan an seinem letzten Text mit dem Titel 'Veit'. "Sage, Vater, sage nicht, es könne niemand die Verantwortung für die Taten eines Dritten übernehmen, der selbst keine Verantwortung für seine Taten zu haben denkt. Es kann." Thomas Harlans Veit ist ein Vermächtnis. Nicht allein sein Leben betreffend. Unser aller. Harlan legt den Finger tief in die deutsche Wunde, es gibt längst kein Entkommen mehr. / Mit Thomas Thieme / Regie: Bernhard Jugel / BR 2011
(17.05.12 21:00 Uhr)
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Faust Sonnengesang ist ein Konzept für Film, Theater, Hörspiel und bildende Kunst. Auch das Hörspiel geht von Fausts Wette mit Mephisto aus: "Werd ich zum Augenblicke sagen / Verweile doch, du bist so schön / Magst du mich in Bande schlagen / Dann will ich gern zugrunde gehn. ..." Aber es kehrt die Formel um. Der Faust dieses Hörstückes sammelt Augenblicke des eigenen Lebens, die es wert sind, beschworen zu werden. Faust auf Weltreise: Er erreicht den Orient, den er als tausendundeinen Traum erlebt.
(12.05.12 20:05 Uhr)
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Kamerun wird oft als Miniaturafrika bezeichnet. Das sich wie ein unregelmäßiges Dreieck immer mehr ins Landesinnere verjüngende, langgezogene Land beheimatet mehr als 200 Stämme, die verschiedensten Klima- und Vegetationszonen. Christina Kubisch verdichtet ihr Klangtagebuch aus Kamerun zu Miniaturen. Zu viele Löwen, Wasserfälle und unberührte Natur sind schon cinemaskopisch aufgenommen und zu Klanglandschaften komponiert worden. Christina Kubisch fokussiert in ihrem Soundmosaik vielmehr die kleinen Gesten und Handlungen des Alltags, die schleichenden Veränderungen in der Musikkultur, die Koexistenz von Magiern und Internetcafés, das Zufällige und das Zugefallene.
(11.05.12 23:05 Uhr)
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Noch immer irrt Shaun McKenzie ziel- und planlos durch die Weltgeschichte. Da kommt dem Techniker ein Besuch im Südfrankreich des 16. Jahrhunderts gut gelegen. Wein, gutes Essen und schöne Frauen sollten da doch für Kurzweil sorgen. Doch schon bald müssen Shaun und Dulgar mit Entsetzen feststellen, dass scheinbar eine Pestepidemie ausgebrochen ist. Als sie dann auch noch von einem mysteriösen Fremden überfallen werden, überschlagen sich die Ereignisse während JD am CERN eine folgenschwere Entscheidung trifft.
(07.05.12 12:00 Uhr)
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Gerhard Polt lebt seit einigen Jahrzehnten am Schliersee und weiß deshalb, was man sah, als man früher im Badehaus durch das Astloch gesehen hat und wo hier der beste Whiskey gebrannt und das größte Schnitzel serviert wird. Lässt sich eine Landschaft erzählen? Kann man einen See vertonen? Und wieso redet Gerhard Polt, der sein Geld mit reden verdient, eigentlich so ungern? / Mit Gerhard Polt, Andreas Ammer, Marcus Huber / Musik: Console, Nu mit Landlergschwister und Kofelgschroa / Realisation: Andreas Ammer / BR 2012
(05.05.12 15:05 Uhr)
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Auf regelmäßigen Spaziergängen berichtet Oehler, der früher mit Karrer ging, einem Dritten, warum Karrer verrückt geworden und nach Steinhof in die Anstalt hinaufgekommen ist. Für Karrer war das Gehen Anlass und Ausdruck seiner Denkbewegung. Denkvorgänge, in denen Karrer sich klarwerden wollte über die Beziehung des Denkens zu den Gegenständen, über das Verhältnis von Bewegung und Stillstand. Thomas Bernhard schrieb 1971 diese radikale Reflexion über das Leben, seine Widrigkeiten, Aussichtslosigkeiten, seine Möglichkeiten. "Es ist ein ständiges zwischen allen Möglichkeiten eines menschlichen Kopfes Denken und zwischen allen Möglichkeiten eines menschlichen Hirns Empfinden und zwischen allen Möglichkeiten eines menschlichen Charakters Hin-und-her-gezogen werden."
(04.05.12 19:05 Uhr)
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Pünktlich zum 1. Mai fliegen in Berlin die Steine. Während die schwarz Vermummten auf Polizisten mit Schlagstöcken und Wasserwerfern treffen, überlegen Deeskalationsstrategen jedes Jahr aufs Neue, wie die Krawalle in den Griff zu bekommen sind. Aber nicht nur Demonstranten, Anwohner und Ordnungshüter suchen nach neuen Ansätzen, auch selbsternannte Interventionstruppen wollen mit Spaß-Aktionen die immer gleiche Dramaturgie des Protests durchbrechen. Kommentiert wird das Geschehen von den Berliner Live-Soziologen, die sich die Erforschung der 1. Mai-Rituale in Echtzeit vor Ort auf die Fahnen geschrieben haben. Wir schalten abends live an die Brennpunkte des Geschehens und in die Schlacht um die besten Argumente.
(01.05.12 23:00 Uhr)
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Der 19-jährige Kevin hat gerade seine Mannschaft in die 1. Bundesliga gekickt, als er noch auf dem Spielfeld zusammenbricht und kurz darauf stirbt. Sofort steht ein Dopingverdacht im Raum, der sich aber durch den pathologischen Befund 1ETod durch Allergieschock 1C wieder auflöst. Als man in seiner Trinkflasche Spuren von Erdnussöl findet, wird es ein Fall für Kommissarin Jeanette Degelow. Sie ermittelt auch in seinem privaten Umfeld und stößt auf eine Spur, deren Kenntnis die Fußballwelt erschüttert hätte.
(28.04.12 10:05 Uhr)
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Therese Giehse mit dem Monolog einer alten Frau. Sie sitzt im Park des Altersheims auf der Bank und wird gesprächig. Sie offenbart ihre Enttäuschungen über das triste Leben im Altersheim, ihr grundsätzliches Misstrauen gegenüber ihrer Umwelt und reflektiert über gesellschaftliche Fehlentwicklungen. Die Rede der alten Frau auch ein Anreden gegen Einsamkeit, gegen die Ungewissheit der Zukunft und gegen die Angst vor dem Sterben. / Mit Therese Giehse / Übertragung ins Bayerische und Regie: Martin Sperr / BR 1973
(27.04.12 00:00 Uhr)
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