Ö1

Radiokolleg - Geld frisst Welt

geldWiederholung aus dem Jahr 1996 (1). Gestaltung: Helmut Waldert Eine Selbstverständlichkeit unserer Alltags- und Weltordnung "Geld ist Geld" - wird immer undurchschaubarer: wachsendes, wertloses, arbeitendes, spekulierendes, lügendes, imaginäres, abstraktes, elektronisches, künstliches Geld. Gerechtes, demokratisches, grünes, freies, neutrales Geld. Das Vertrauen in das Geldsystem sinkt. Indiz dafür: An mehreren Ecken und Enden wird mit Alternativen experimentiert, werden solche praktiziert. Das Geldsystem ist in einem Quantensprung begriffen: die imaginär wachsenden Geldmengen lassen den "Motor des Wirtschaftssystems" in einen Prozess der Selbstzerstörung kippen. Ob es so ist, spiegelt sich in einem Streit der Ökonomen. (Pressetext: Helmut Waldert, 1996) Die "Radiokolleg"-Reihe aus dem Jahr 1996 ist eine Bildungssendung über die Prinzipien des Geld- und Wirtschaftssystems. Beim nochmaligen Hören im Jahr 2017 wird schnell klar, dass diese Prinzipien keinen Naturgesetzen folgen, sondern politischen Eingriffen und Entwicklungen. War vor mehr als 20 Jahren noch von Schillingen, Inflationsgefahr und hohen Zinsen die Rede, so kämpft die Eurozone seit der Finanzkrise 2008 mit zu geringer Inflation, und die Zinsen haben einen Tiefstand erreicht. Die Begriffe, ihre Wirkung und Nebenwirkungen werden im "Radiokolleg" seit 2015 in der Langzeitreihe "Das ABC der Finanzwelt" beleuchtet. Die Wiederholung der Serie "Geld frisst Welt" ist ein spannendes Zeitdokument über die wechselvolle Beziehung zwischen Geld und Politik. Das ABC der Finanzwelt: [http://oe1.orf.at/archiv_abcfinanzwelt|Das ABC der Finanzwelt]
Montag 09:05 Uhr

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Bayern 2

radioWissen

Die RitterRitter zwischen Alltag und Epos Die Ritter - Gezähmte Gewalt Autor: Klaus Uhrig / Regie: Martin Trauner Ritter sein, das bedeutet: Ein Ehrenmann sein. Einer, der alle Unbewaffneten schützt - Witwen, Waisen, Priester. Ritter sein, das bedeutet aber auch: Kämpfen, Töten, Erobern. Ein Ritter ist ein Elitekrieger, der mit Rüstung, Pferd und Lanze ganze Heerscharen an schlechter ausgestatteten Kämpfern aufwiegen kann. Ein Meister im Handwerk des Krieges. Ein Widerspruch ist das nicht. Es ist vielmehr die Konsequenz aus der Entstehungsgeschichte des Rittertums. Denn es waren nicht etwa die mittelalterlichen Reiterkämpfer selbst, die sich dem Ehrenkodex des Rittertums unterwarfen. Diese Bewegung ging von der Kirche aus. Entsetzt von der Brutalität der damaligen Kämpfer ersann der Klerus eine Reihe von Regeln, die die ausufernde Gewalt zumindest ein wenig eindämmen sollten. Es war die Geburtsstunde eines Standes, der sehr mehr sein sollte, als nur eine Krieger-Elite: Einer der Stützpfeiler der abendländischen Zivilisation. Wolfram von Eschenbach - Parzival Autorin: Christine Pitzke / Regie: Martin Trauner Ein "Bühnenweihfestspiel" hat Wagner sein letztes vollendetes Musikdrama untertitelt. Der Tempel dafür: Bayreuth, für dessen Akustik das Werk komponiert wurde. Weihevolle Musik, eine Reliquienenthüllung, eine Eucharistie und eine Taufe auf offener Bühne. Und eine Menge bizarrer Gestalten: "Ein von eigener Hand entmannter Zauberer; ein desperates Doppelwesen aus Verderberin und büßender Magdalena mit kataplektischen Übergangszuständen zwischen den beiden Existenzformen; ein liebesiecher Oberpriester, der auf die Erlösung durch einen keuschen Knaben harrt; dieser reine Tor und Erlöserknabe selbst (...) in seiner Art ebenfalls ein Fall von entlegener Sonderbarkeit", bemerkte Thomas Mann. Mit "Parsifal" stiftet Wagner nicht nur eine Kunstreligion, entwirft mit Kundry nicht nur eine der faszinierendsten Frauenfiguren der Operngeschichte, sondern komponiert auch eine Musik höchster Intensität. "Einmalig, edel, ungeahnt", empfand sie Claude Debussy, das "Größte" nannte es Gustav Mahler und Friedrich Nietzsche fragte: "Hat Wagner je etwas besser gemacht?" Moderation: Thies Marsen Redaktion: Thomas Morawetz
Montag 09:05 Uhr

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Ö1

Radiokolleg - Die Welt als Narrenschiff

pieter bruegelDie Bilderzählungen des Malers Pieter Bruegel (1). Gestaltung: Nikolaus Halmer Pieter Bruegel der Ältere ist einer der innovativsten Maler und Zeichner des 16. Jahrhunderts. Er lebte in einer Epoche der politischen, sozialen und religiösen Umbrüche, die von politischer und religiöser Repression geprägt war. Kurz vor dem Beginn des niederländischen Unabhängigkeitskampfes gegen die spanische Herrschaft schuf Bruegel ein umfangreiches Werk, in dem er die zeitgenössischen gesellschaftlichen Verhältnisse und den religiösen Dogmatismus seiner Zeit kritisch kommentierte. Bis in das 20. Jahrhundert hatte Bruegel den Ruf eines "Bauernmalers", der in derben, teilsweise obszönen Szenen das Alltagsleben der Bauern schilderte. Genau gegen dieses Klischee wendet sich die von Eva Michel und Laura Ritter kuratierte Ausstellung "Pieter Bruegel der Ältere" in der Albertina, die vom 9. September bis zum 3. Dezember zu sehen ist. In dieser Ausstellung wird die komplexe Bilderwelt von Bruegel vorgestellt, in dem jedes Detail beabsichtigt ist und häufig als Symbolträger fungiert. Die Aktualität Bruegels besteht darin, dass er auf eine drastisch satirische Weise die Dekadenz einer Gesellschaft beschreibt, in der das Streben nach "Immer mehr" dominiert. In der Zeichnung "Die großen Fische fressen die kleinen Fische" illustriert der moralistische Künstler allegorisch den Antriebsmotor einer Gesellschaft, die sich der Habgier verschrieben hat. Hand in Hand geht damit die hemmungslose Befriedigung der sinnlichen Bedürfnisse, die in maßlosen Essgelagen, Besäufnissen und sexuellen Aktivitäten ausgelebt werden. Das Synonym für solch ein orgiastisches Treiben ist die "Bauernhochzeit", bei der sich die verschiedenen Laster ein Stelldichein geben. Die satirische Darstellung verschont auch nicht die herrschenden politischen und religiösen Mächte der Zeit. In den Zeichnungen und Gemälden nimmt Bruegel Bezug auf gelehrte Esel, korrupte Politiker und ungebildete und den Sinnesfreuden verfallene Kleriker. Ein besonderes Anliegen des Künstlers war die Darstellung von Gräueltaten, die im Namen der Staatsräson von den Schergen der Mächtigen ausgeübt wurden. In dem bestürzend aktuellen Gemälde "Der Bethlehemitische Kindermord" schildert Bruegel detailliert das bestialische Abschlachten von Kindern durch eine militärische Tötungsmaschinerie, die kein Erbarmen kennt. Ein weiterer wichtiger Bestandteil von Bruegels oeuvre sind die beeindruckenden Landschaften, die in den Gemälden und in den Zeichnungen zu finden sind. Sie vermitteln den Eindruck einer mächtigen, erhabenen Natur, in der die Menschen nur eine unbedeutende Rolle spielen. Die Landschaftsdarstellungen gleichen einem Suchbild, in dem Bauern, Hirten und Wanderer als kleinste Figuren eingefügt sind. Breugels Landschaften sind keine bloßen Abbilder der realen Natur, sondern bilden einen vorerst rätselhaften Schauplatz eines Geschehens, die vom Betrachter erst erkundet werden muss.
Montag 09:30 Uhr

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Ö1

Radiokolleg - Rolle rückwärts

elvis presleyElvis, the King of Rock "n" Roll (1). Gestaltung: Christa Nebenführ Am 16. August 1977 starb der amerikanische Sänger Elvis Presley auf seinem Anwesen Graceland in Memphis, Tennessee, an Herzversagen. US-Präsident Jimmy Carter würdigte ihn tags darauf als Persönlichkeit, die mit der Zusammenführung von weißem Country und schwarzem Rhythm Blues das Antlitz der amerikanischen Kultur für immer veränderte. Dabei sang Elvis seit den 1960er Jahren kaum mehr Blues, sondern bekam von seinem Manager Colonel Tom Parker Demobänder von bekannten Hits oder beauftragten Songschreibern vorgelegt, aus denen er auswählte, was für ihn arrangiert und eventuell neu getextet werden sollte. Am bekanntesten ist die Version des italienischen Gassenhauers "O Sole Mio" als "It"s Now or Never". Elvis Musikkarriere war durch die Stationierung als GI im deutschen Bad Nauheim, während der er auch seine spätere Ehefrau Priscilla Beaulieu kennenlernte, unterbrochen worden. Bei seiner Heimkehr im März 1960 schloss er zuerst an seine Filmkarriere an und brachte einige Studio-Alben heraus, ehe er 1969 ein Comeback auf den Konzertbühnen antrat. In seiner Las-Vegas-Zeit der 1970er Jahre war aus "Elvis the Pelvis", wie er wegen seines Hüftschwungs genannt wurde, ein Schmusesänger im weißen Jumpsuit mit hohem Kragen und tiefem V-Ausschnitt geworden. Christa Nebenführ hat sich in der Rolle rückwärts auf die Spuren des Idols gemacht, vom Mythos um die Kunstfigur Elvis, der jedes Jahr Fangruppen aus aller Welt an seinem Todestag zu seinem Anwesen Graceland in Memphis, Tennessee pilgern lässt, bis zu den Anfängen des Jungen aus einem Schwarzenviertel in Mississippi. Sie hat mit den Musikern seiner Band während der Zeit als Entertainer in Las Vegas gesprochen und Elvis Interpreten, Sammler und Fans nach der Faszination des Stars befragt. Der musikalische Aufstieg des King of Rock "n" Roll begann mit einer selbst bezahlten Schallplattenaufnahme in Sam Phillips Memphis Recording Service und war nach dem ersten Fernsehauftritt in der Ed Sullivan Show am 9. September 1956 nicht mehr zu stoppen. Beim Plattenlabel Sun Records von Sam Phillips hat Elvis Presley im Juli 1954 den ersten Rockabilly Song der Musikgeschichte eingespielt: "That"s All Right Mama" des afroamerikanischen Blues Sängers Arthur Crudup im Stil der damaligen Country Musik.
Montag 09:45 Uhr

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WDR5

Neugier genügt

KinderehenFeature: Für eine selbstbestimmte Zukunft - Gegen Kinderehen im Niger Redezeit mit Markus Rindt, Intendant der Dresdner Sinfoniker: Mit Musik Grenzen der Abschottung und Intoleranz überwinden Wiederholung: Di 04.05 Uhr
Montag 10:05 Uhr

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Bayern 2

radioWissen am Nachmittag

BettlernVom schweren Leben Bettelei - Aus der Geschichte einer Lebensform Autorin: Renate Währisch / Regie: Sabine Kienhöfer Das Betteln ist seit jeher überwiegend ein städtisches Phänomen - oft ausgelöst durch Krankheit, Alter oder den Wunsch, die armselige ländliche Heimat hinter sich zu lassen, um in der Stadt bessere Lebensbedingungen zu finden. Und gebettelt wurde schon immer - doch im Spätmittelalter müssen sich Scharen von Bettlern um die ersten Rathäuser herumgedrückt haben, angereichert durch die wachsende Zahl von klerikalen Bettelmönchen, deren Orden sich in dieser Zeit etablierten. 1350 war die Zahl der Städte in Deutschland von wenigen hundert auf 3.000 angewachsen. Doch die Arbeitsmöglichkeiten in der Stadt waren begrenzt: Die Zünfte und die Bruderschaften schlossen zugewanderte Arbeitswillige in der Regel vom Arbeitsmarkt aus. Junge Frauen, die es in der Stadt zu einer Stelle als Dienstmagd gebracht hatten, wurden bei einer sich ankündigenden Schwangerschaft in der Regel unbarmherzig entlassen. Kirchliche Organisation nahmen sich erstmals der Mittellosen an. Doch schon damals war es nicht jedermanns Sache, sich den Regeln christlicher Mildtätigkeit zu unterwerfen. Der Floh -Quälgeist und treuer Gefährte Autorin: Christiane Neukirch / Regie: Irene Schuck Einen Sack Flöhe hüten: Das muss heute keiner mehr, außer dem Flohzirkusdirektor auf dem Oktoberfest. Heute hat kaum jemand mehr Floherfahrung. Zum Glück, denn die Gesellschaft des kleinen Blutsaugers ist unangenehm; seine Stiche jucken extrem; und er ist schwer zu jagen, zu töten erst recht. Doch unsere Freiheit währt noch nicht allzu lange: Seit es den Menschen gibt, ist ihm sein treuer, bissiger Begleiter nicht von der Seite gewichen. Trotz alledem hat der Floh bei seinem menschlichen Wirt schon immer eine wohlwollende Lobby gehabt. Wohl über kaum einen anderen Plagegeist wurde so viel gewitzte Literatur verfasst. Auch Goethe - wie könnte es anders sein - hat ihm Zeit und Zeilen gewidmet. Flohforscher rücken dem kleinen flügellosen Springinsfeld ebenso auf den Panzer wie Dichter, Maler und Karikaturisten. Die wahren Flohexperten aber sind seit jeher die Frauen. Warum das so ist und welch bewegte Geschichte Mensch und Floh miteinander verbindet, davon wird die Rede sein in der radioWissen-Sendung. Modertion: Michael Zametzer Redaktion: Thomas Morawetz
Montag 15:05 Uhr

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Deutschlandfunk Kultur

Zeitfragen. Feature

überschuldetLeben im Minus Warum in Deutschland immer mehr Menschen überschuldet sind Von Georg Gruber Die Wirtschaft wächst, die Arbeitslosigkeit sinkt, doch immer mehr Menschen in Deutschland sind überschuldet. Rund jeder zehnte Erwachsene kann hierzulande seine Rechnungen und Kreditraten nicht mehr bezahlen. Und: Immer mehr alleinerziehende Frauen und Rentner geraten in finanzielle Notlagen. Der Grund für die Überschuldung ist statistisch gesehen nur selten überzogenes Konsumverhalten. Viel öfter sind Lebenskrisen der Auslöser. Arbeitslosigkeit, Krankheit oder Trennung stehen in vielen Fällen am Anfang einer Schuldnerkarriere, aus der die Betroffenen nur schwer ohne fremde Hilfe wieder herausfinden. Die Schuldnerberatungen sind voll, doch wer Schulden hat, spricht nur ungern öffentlich darüber, zu schambesetzt ist das Thema.
Montag 19:30 Uhr

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WDR5

Dok 5 - Das Feature

freitaucherAbenteurer No Limits Extremsport der Freitaucher Von Christine Werner Aufnahme des WDR 2005 Mit einem Schlitten sausen sie mit einer Geschwindigkeit von vier Metern pro Sekunde hinunter. Benjamin Franz wollte der tiefste Mensch der Welt sein - als er wieder auftauchte, war seine linke Körperhälfte gelähmt. Er hatte noch Glück. Die Französin Audrey Mestre konnte nur noch tot geborgen werden. Es ist jedes Mal ein Abenteuer, sich treiben zu lassen im Wasser, sich zu fühlen wie ein Fisch. Mit nur einem Atemzug, ohne Atemgerät rasen die Freitaucher in die Tiefe bis auf 200 Meter hinunter. "No limits" nennen sie die Disziplin. Andere tauchen auf Zeit. Tom Sietas aus Hamburg hält lange den Weltrekord im "Zeittauchen" - mit 8 Minuten 58 Sekunden. So lange liegt er auf dem Wasser. Ohne zu atmen. Dann will auch er in die Tiefe. Warum? Was passiert, wenn er fast neun Minuten die Luft anhält? Und wo ist das Ende für die tiefsten Menschen der Welt?
Montag 20:05 Uhr

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Ö1

Radiokolleg

geldGeld frisst Welt. Wiederholung aus dem Jahr 1996 (1). Gestaltung: Helmut Waldert Die Welt als Narrenschiff. Die Bilderzählungen des Malers Pieter Bruegel (1). Gestaltung: Nikolaus Halmer Rolle rückwärts. Elvis, the King of Rock "n" Roll (1). Gestaltung: Christa Nebenführ
Montag 22:08 Uhr

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