Bayern 2

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KörperkontaktIn Kontakt sein Die Welt ertasten Ein ganz besonderer Sinn Bitte berühren! Warum Körperkontakt so wichtig ist Das Kalenderblatt 21.9.1962 Hollywood-Schauspielerin Bette Davis gibt Stellensuchanzeige auf Von Xaver Frühbeis Die Welt ertasten - Ein ganz besonderer Sinn Autorin: Brigitte Kohn / Regie: Frank Halbach Der Tastsinn ermöglicht es uns, Berührungen wahrzunehmen. Über die Haut, dem größten und vielseitigsten menschlichen Sinnesorgan, und die darin enthaltenen Sinneszellen verarbeiten Menschen und Tiere körpereigene und Umweltreize. Babys erleben die Welt zunächst hauptsächlich über Berührungen, und Eltern, die mit ihren Frühgeborenen "känguruhen", steigern ihre Entwicklungschancen. Berührungen kommen in ganz unterschiedlichen Zusammenhängen vor, im Zusammenhang mit Liebe und Erotik, Aggression oder auch mit ritualisierten Alltagsbegegnungen. Blinde und Taubblinde erfahren darüber einen großen Teil der Welt. Weil der Tastsinn so vielseitig und uneindeutig ist, hat er, anders als das strahlende, sonnenhafte Auge, in der abendländisch-christlichen Moraltradition keinen hohen Stellenwert genossen und war Gegenstand heftiger philosophiegeschichtlicher Auseinandersetzungen. Bitte berühren! - Warum Körperkontakt so wichtig ist Autorin: Kathrin Kellermann / Regie: Susi Weichselbauer Eine Umarmung, eine Streicheleinheit oder Massage: Das Bedürfnis nach körperlicher Nähe ist ein urmenschliches. In der Haut sitzen bestimmte Sensoren, die es ermöglichen, dass wir berühren und berührt werden können. Der Tastsinn entwickelt sich bereits früh in der Schwangerschaft. Durch die Berührungen des Embryos mit der Gebärmutterwand und der Nabelschnur entstehen dann die Grundlagen für Raumgefühl und die Körperwahrnehmung. Für Babys und Kleinkinder ist Körperkontakt lebenswichtig: Studien zeigen, dass Frühgeborene, die im Brutkasten liegen, sich besser entwickeln und beispielsweise mehr an Gewicht zulegen, wenn sie regelmäßig massiert werden. Die Bedeutung des Körper- und Hautkontakt wurde besonders in der Beziehung zwischen Eltern und Kindern und in der von Liebespartnern erforscht. Selbst bei Paaren bleiben Zärtlichkeiten oft auf der Strecke, aber vor allem bei Senioren und Singles diagnostizieren Forscher ein "Berührungsdefizit". Dabei sind Umarmungen und Berührungen - sofern sie unter den richtigen Voraussetzungen stattfinden - nicht nur gut fürs Wohlbefinden, sondern auch für die Gesundheit. Im Körper werden unzählige Prozesse in Gang gesetzt, unter anderem werden Glückshormone ausgeschüttet und Stresshormone reduziert. Außerdem wird das Immunsystem gestärkt. Moderation: Iska Schreglmann Redaktion: Gerda Kuhn
Freitag 09:05 Uhr

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BR-Klassik

Das Musik-Feature

linken handSeitenwechsel Musizieren mit der linken Hand Von Bettina Mittelstraß Wiederholung am Samstag, 14.05 Uhr Ein Linkshänder spielt eine für Rechtshänder gebaute Geige nicht mit links. Weder kann er das Instrument einfach auf die andere Schulter nehmen und den Bogen mit der linken Hand führen, noch spielt er das Instrument von Anfang an problemlos mit der rechten. "Beim Lernen eines Instrumentes muss sich ein Linkshänder für die Bewegungsabfolge viel mehr Zeit nehmen - er muss "übersetzen", sagt die Flötistin Caroline Renner, die zahlreiche Linkshänder unterrichtet. Obwohl Querflöten inzwischen auch für Linkshänder gebaut werden - im Orchester kann man ein Instrument nicht einfach in die andere Richtung halten. Platzmangel, Klang und Tradition gebieten streng einheitliche Bewegungsabläufe. Ohne von Beginn an "umzulernen" haben Linkshänder, die Orchestermusiker werden möchten, keine Chance. Im Instrumentenbau und beim Instrumentalunterricht aber ist ein Seitenwechsel möglich. - Die leise Revolution von links.
Freitag 19:05 Uhr

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SRF 2 Kultur

Passage

TelefonkabineIst da jemand? Früher unverzichtbar, heute Relikt: Die Telefonkabine steht vor dem Aus. Von den einst fast 60"000 Exemplaren in der Schweiz stehen heute noch knapp 6"000. Werden sie noch benutzt? Ein Radiofeature zum rasanten Verklingen einer Institution. Als die Telefonkabine Anfang des 20. Jahrhundert Einzug in die Schweiz hielt, waren die Menschen nicht zu bremsen: Rund 145 Anrufe gingen pro Tag aus einer Kabine raus, ganze 53"000 pro Jahr. Die Kabinen schossen aus dem Boden, überall in der Schweiz wurden welche aufgestellt. Der Siegeszug hielt sich fast ein ganzes Jahrhundert - bis das Handy kam. Seither sterben die heimeligen Kabinen einen langsamen, aber sicheren Tod. Auf 100 Einwohner kommen heute rund 130 Handys, aber nur noch 0,075 sogenannte Publifone. Was passiert in denen, die noch stehen? Werden sie noch gebraucht? Geht jemand ran, wenn es klingelt? Naomi Gregoris hat in 300 Telefonkabinen angerufen und hingehört.
Freitag 20:00 Uhr

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Deutschlandfunk

Das Feature

Ich erwarte den Schlag Das kurze Leben des Ulrich Preuß Von Alexa Hennings Regie: Burkhard Reinartz Produktion: Dlf 2016 Am 19. Oktober 2000 wird Ulrich Preuß, Literaturpreisträger des Landes Brandenburg, tot in seiner Potsdamer Wohnung aufgefunden. Laut Staatsanwaltschaft muss der Todeszeitpunkt zwischen dem 12. und dem 16. Oktober gelegen haben. Am 14. aber hatte er noch in einer Kneipe gezecht. Was geschah danach? 39 Jahre wurde Ulrich Preuß. Zu DDR-Zeiten war er Dekorateur bei der DEFA und Klomann in Sanssouci. Es nahm ihm keiner ab, was er schrieb: zu kafkaesk. Zu realistisch? 1990 erschien sein erstes Buch ,Wer hat die Ratte Erwin umgebracht?". Theaterarbeiten folgten, meist inszenierte er selbst. In der Presse Lob und Verrisse. Aber: keine Spuren bei Amazon und ZVAB. Sein Hörspiel auf einer Tonbandspule, seine Musik auf einer selbstgebrannten CD, ein Interview im Rundfunkarchiv. Dazu die unverlangt eingesandten und wieder zurückgeschickten Manuskripte. Sie lagern bei seinem Bruder in Potsdam. Listig hatte Ulrich ein paar Seiten zusammengeklebt, um zu prüfen, ob überhaupt jemand hineingesehen hatte. Ich erwarte den Schlag
Freitag 20:10 Uhr

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