88vier

Ohrfunk-Hörzeit

Hörspiele, Features und Literatur für Große und Kleine Ohren - Redaktion: Bianca und Jens Bertrams
Sonntag 09:00 Uhr

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WDR5

Dok 5 - Das Feature

von TodenwarthWiederholung: 21.08. 20.05 Uhr Abenteurer Der verwegene Baron Flucht aus Sibirien und Dschihad für den Kaiser Von Nikolai von Koslowski und Lorenz Schröter Aufnahme MDR/NDR/WDR 2016 Sein Leben dokumentiert ein Stück deutscher Geschichte - und machte Paul Freiherr Wolff von Todenwarth für Manche zur Legende: Der Baron floh im Ersten Weltkrieg zu Fuß aus einem sibirischen Gefangenenlager und ging danach als Geheimagent ins heutige Libyen. Paul Freiherr Wolff von Todenwarth (1876-1965) entstammt einem Adelsgeschlecht aus Thüringen. Geboren auf der heute "Schloss Todenwarth" genannten Burg an der Werra, machten ihn seine in Buchform veröffentlichten Abenteuer als "verwegener Baron" populär. Er floh im Ersten Weltkrieg aus einem sibirischen Gefangenenlager, schlug sich monatelang als Kosak verkleidet bis Peking durch und reiste mit der Transsibirischen Eisenbahn, vorbei am Gefangenenlager, zurück ins Deutsche Reich. Geheim gehalten dagegen wurde sein Einsatz in Nordafrika, wo er im Auftrag des Kaisers lybische Stämme zum "heiligen Krieg" gegen die Briten aufstacheln sollte - und scheiterte.
Sonntag 11:05 Uhr

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NDR Info

Das Feature

UtopienUtopien Träume der Vernunft Von Helmut Kopetzky NDR 2009 Utopien halten die Weltgeschichte in Schwung, obwohl viele bald als Strohfeuer verpuffen, andere zum Weltbrand neigen und am Ende nur noch Asche übrig bleibt. Auch von Asche handelt dieses Feature. Noch immer lockt das jährliche "Herzberg Festival" ("Traditional Hippie Convention") in Oberhessen, eines der letzten und größten seiner Art, 10.000 Besucher in eine Zeltstadt bei Bad Hersfeld: "Best-Agers" im Schlabberlook, mit Didgeridoo und gelichteten Rastalocken. Zu Wort kommen in diesem Feature Aussteiger-auf-Zeit und Vollzeit-Hippies. Und die Utopie der permanenten Revolte im Museum. Das Feature
Sonntag 11:05 Uhr

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SWR2

SWR2 Feature am Sonntag

videobeweisHerr des Platzes Wenn die Aufklärung den Fußball erreicht Von Martina Keller (Produktion WDR/NDR 2016) Sie gleichen Feudalherren: ausgestattet mit umfassender Machtfülle treffen sie scheinbar willkürliche Entscheidungen. Das Fanvolk reagiert entsprechend unwillig und ruft zu Umsturz und Revolte: "Schiri, wir wissen, wo Dein Auto steht", gehört da noch zu den eher putzigen Drohungen. Was aber wird, wenn das Auge des Schiedsrichters vom Auge der Kamera korrigiert wird. In der Saison 2017/18 wird in der Bundesliga der Videobeweis eingeführt. Wird die Epoche des Absolutismus im Fußball dann abgelöst von Aufklärung und Rationalismus? Aber wohin dann mit den Emotionen?
Sonntag 14:05 Uhr

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WDR3

WDR 3 Kulturfeature

wolfgang tillmansFreischwimmer Ein Porträt des Künstlers Wolfgang Tillmans Von Peter Moritz Pickshaus Aufnahme des WDR 2011 Wolfgang Tillmans zählt zu den einflussreichsten Fotografen der Gegenwart. Anfang der 1990er Jahre trifft er als "Chronist seiner Generation" den Nerv eines visuellen Epochenwandels. Doch Tillmans ist nicht nur Fotograf, sondern vor allem Künstler. Sein sensationeller Erfolg beginnt 1992 mit der Fotostrecke "Like Brother Like Sister" in der englischen Zeitschrift "iD". DieWerbebranche erfindet sich gerade vor allem durch das Medium der Fotografie neu. Tillmans Gesellschaftsportraits sind stilprägend.Da seine Fotografien nicht nur in den Museen der Welt zu sehen sind, sondern auch in Musikzeitschriften und Magazinen wird er oft mit einem Szenefotografen verwechselt. Doch in der Gegenwartskunst muss man lange suchen, um ein Werk von vergleichbarem Radius und gesellschaftlicher Wahrnehmung zu finden. 2000 bekam er als erster ausländischer Fotograf und Künstler den renommierten britischen Turner Prize verliehen.
Sonntag 15:04 Uhr

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HR2

"Hier war noch was zu schaffen"

Hilmar HoffmannHilmar Hoffmann - ein Leben für die Kultur Ein Feature von Peter Lückemeier (hr2-kultur 2017) Hilmar Hoffmann, der gebürtige Bremer, begann seine Karriere in den 1950er und 1960er Jahren in Oberhausen. Getreu seinem Motto "Kultur für alle" gründete er in der Arbeiterstadt die Westdeutschen Kurzfilmtage (später umbenannt in "Internationale Kurzfilmtage Oberhausen"). 1965 stieg er dort zum Sozial- und Kulturdezernenten auf. Doch dann lockte die Stadt Frankfurt am Main. Und was er hier als Kulturdezernent zwischen 1970 und 1990 schuf, das machte ihn zur Berühmtheit: Mit viel Geschick und Hartnäckigkeit setzte er das Museumsufer durch mit vielen Museumsbauten links und rechts des Mains. Nachdem 1990 sein Amt als Kulturdezernent endete wurde er der Präsident der Stiftung Lesen und des Goethe-Instituts. Auch hier konnte er seine großen Talente ausspielen: die des Menschenfängers und Organisators. Aus Anlass seines 92. Geburtstages am 25. August entstand dieses Porträt, in dem viele Wegbegleiter zu Wort kommen.
Sonntag 18:04 Uhr

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Ö1

Ö1 Kunstsonntag: Tonspuren

raymond carverMuseum der Meisterwerke: In der Seele gibt es ein Bedürfnis, nicht zu denken. Das doppelte Leben des Raymond Carver. Feature von Alfred Koch (WDR/ORF 2001). Robert Altman verfilmte in "Short Cuts" einige seiner besten Geschichten; man verglich ihn mit Hemingway und Cechov und feierte ihn als literarischen Minimalisten: Raymond Carver, der Arbeitersohn aus Oregon, der in den 1970er- und 1980er-Jahren in den USA zu "jedermanns Lieblingsschriftsteller" wurde. Carver, der Romane verweigerte, schrieb kurze Geschichten von kleinen Leuten im Zeitalter von Reagan und Thatcher. Erzählungen von somnambulen Arbeitslosen und heiligen Trinkern; von Paaren, die aneinander vorbeireden und heillosen Optimist/innen, die sich in den Fallstricken ihres eigenen Lebens verfangen. Geschichten, die wie hingeworfene Skizzen wirken und doch genau kalkulierte, durchtrainierte Erzählungen sind. Texte, die auf engstem sprachlichem Raum große Bilder zu erzeugen vermögen. Aber Carver fasziniert auch durch seine Lebensgeschichte: Als Gelegenheitsarbeiter beginnt er in den 1960er-Jahren nächtens zu schreiben, verfällt aber immer mehr dem Alkohol: gerade in dem Moment, als sich erste literarische Erfolge einstellen. Ende der 1970er-Jahre, nach mehreren Aufenthalten in Entzugskliniken, gelingt dem notorischen Gin- und Rotwein-Trinker, was niemand für möglich hielt: Mit Hilfe der "Anonymen Alkoholiker" befreit er sich von der Krankheit; es beginnt, was er selbst sein zweites Leben nannte. Doch dann kommt es wieder einmal anders als geplant: Gerade eben vom Alkoholismus befreit, stirbt der Kettenraucher Carver 1988 an Lungenkrebs.
Sonntag 20:15 Uhr

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